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Günter Nooke

Persönlicher Afrikabeauftragter der Bundeskanzlerin                                       Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

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Donnerstag, 23 Feb 2012

Meine Themen in Afrika …

 

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Die Themen gute Regierunsführung, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechtsschutz und Demokratieförderung stehen schon auf Grund meiner Tätigkeit und Erfahrungen als Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe von 2006 bis 2010 im Auswärtigen Amt weiterhin im Mittelpunkt meiner Arbeit. Wie ist eigenständige Entwicklung in Afrika möglich? Wie unterschiedlich sind afrikanische Gesellschaften verglichen mit den Vorstellungen, die wir uns in Europa angeeignet haben? Was heißt es konkret, wenn fast alle Länder Afrikas fast alle wichtigen Menschennrechtskonventionen ratifiziert haben? Welche Rolle spielen soziale Beziehungen, Tradition, Lokalreligionen und selbst die geographischen und natürlichen Bedingungen - die doch so anders als in Europa und Deutschland sind? Müssen wir uns verabschieden von der Idee universal geltender Menschenrechte? Wie viel intellektuelle Bequemlichkeit und Romantik ist im Spiel, wenn kulturrelativistische Argumentationen als große Verständnistheorien daherkommen?

 


Das Bild ist in Bukavo im Ostkongo am Kiwu-See aufgenommen. Eine Gegend, wo der Einfluss der Regierung im weit entfernten Kinshasa sehr begrenzt ist, Räume begrenzter Staatlichkeit nennt das Prof. Risse von der Freien Universität Berlin. Ist das ein Nicht-Wollen oder ein Nicht-Können? Sind die Menschen wirkich unglücklicher, wenn dafür das Geld nicht vom Staat sondern von Warlords kommt und statt einer Polizei sie von Rebellenchefs beschütz werden? Wer weiß eigentlich, wie viele Frauen jede Nacht in dieser Gegend vergewaltigt werden, wie viele Männer umgebracht und ob nicht immer noch Kinder als Kindersoldaten verschleppt oder verkauft werden? Das erste, was hilft, Afrika verstehen zu lernen, ist Demut - vor den Menschen, die bei allen Widrigkeiten ihr Leben irgendwie meistern, bunt und fröhlich daherkommen, vor der Größe der Aufgabe, falls wir es wirklich ernst meinen mit der Entwicklung Afrikas, vor den vielen, die schon fast alles in der Entwicklungszusammenarbeit ausprobiert haben, vor der Unmöglichkeit, die Menschen sich selbst und ihren korrupten Eliten zu überlassen, vor der Macht der Bilder, die uns einen Krieg in Libyen zeigten, nicht aber die Toten in der Elfenbeinküste, die lieber von den Gorillas unter den grünen Baumkronen des Ostkongo oder Ruandas berichten als von den Menschen und ihren Anliegen.