
Günter Nooke ist ein Politiker der CDU. Er ist seit April 2010 Afrikabeauftragter der Bundeskanzlerin und hat sein Büro im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Berliner Europahaus, Stresemannstraße 94.
Beim G8-Gipfel in Genua 2001 beschlossen die G8-Staats- und Regierungschefs Persönliche Afrikabeauftragte zu berufen. Die Aufgabe sollte von hochrangigen Persönlichkeiten wahrgenommen werden und der Kontaktpflege zu afrikanischen Ländern dienen. Der Persönliche Afrikabeauftragte der Bundeskanzlerin berät die deutsche Regierungschefin in Fragen der Afrikapolitik. Zu seinen Aufgaben gehört die Einbringung und Verfolgung der afrikapolitischen Agenda im G8 Prozess. Der Persönliche Beauftrragte arbeitet dabei eng zusammen mit dem BMZ, dem Sherpa-Stab im Bundeskanzleramt, den anderen Ressorts der Bundesregierung und den Bundesländern im Sinne einer kohärenten Politik gegenüber Afrika. Weitere Aufgaben sind die Vorbereitung des Treffens der G8 Staats- und Regierungschefs mit afrikanischen Staaten (G8-Afrikapartnerschaft) , die Wahrnehmung der Treffen der Persönlichen Afrikabeauftragten (Africa Personal Representatives, APR) und mit afrikanischen APR sowie die Vorbereitung und Teilnahme an den Afrika-Partnerschafts-Foren (APF).
In den ersten zwölf Monaten hat Nooke darüber hinaus Schwerpunkte der G8-Agenda besonders vertieft: Entwicklungszusammenarbeit und Menschenrechte, Rohstoffe und Mobilisierung eigener Ressourcen, Unterstützung von afrikanischen Ländern bei der Aushandlung fairer Rohstoffverträge (insbesondere Thema der Förderabgaben), Zugang zu Energie (insbesondere dezentrale Energieerzeugung und -versorgung aus erneuerbaren Quellen), Direktinvestitionen der Wirtschaft, Fragen der Wähler und Personenregistrierung, Sicherheitsfragen (insbesondere Drogenschmuggel von Latainamerika über Afrika). Seine Reisen führten ihn ins südliche Afrika und zuletzt nach Benin und Liberia.
Von 2006 bis 2010 war er Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt. Während dieser Zeit leitete er die deutsche Delegation im neuen Menschenrechtsrat in Genf, wo Deutschland von 2006 bis 2009 Mitglied war. Die intellektuelle Herausforderung, die mit dem vielschichtigen Thema universal geltender Menschenrechte verbunden ist, wollte Nooke in zwei wesentlichen Richtungen auflösen. Erstens: Festhalten am Universalanspruch gleicher, elementarer Menschenrechte jedes einzelnen Menschen als einer großen Idee und zivilisatorischen Leistung - gegen alle Relativismus- und Kollektivierungstendenzen. Und zweitens: Keine ständige Ausdehnung des inhaltichen Katalogs der Menschenrechte, sondern Beschränkung auf Mindeststandards und deren Implementierung. Menschenrechte sind zwar unteilbar und dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, aber "gleichgewichtig" sind sie nicht (Arnd Pollmann).
Während seiner Zeit als Berliner Bundestagsabgeordneter war Nooke von 2002 bis 2005 Sprecher der CDU/CSU-Fraktion für Kultur und Medien und auch in der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland". Nooke war beteiligt am relativ geräuschlosen Zustandekommen der Unesco-Konvention zur kulturellen Vielfalt. Einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit bildeten Fragen des öffentlichen Gedenkens. Als Berichterstatter der Unionsfraktion für Erinnerungskultur in Deutschland zeichnete er federführend den Antrag „Förderung von Gedenkstätten zur Diktaturgeschichte in Deutschland – Gesamtkonzept für ein würdiges Gedenken aller Opfer der beiden deutschen Diktaturen“, der 2004 eine öffentliche Kontroverse auslöste. Die Anhörung fand am 16. Februar 2005 im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien statt und zeigte im Ergebnis einen entsprechenden Handlungsbedarf auf; die Ergebnisse fanden Eingang in die Gedenkstättenkonzeption des neuen Staatsministers für Kultur und Medien Neumann. Als Vorsitzender der Arbeitsgruppe der CDU/CSU für die Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ bezog er Positionen zur Bedeutung von Kultur in der Gesellschaft, zur kulturellen Bildung und zu grundlegenden Veränderungen der Rahmenbedingungen des Kulturbetriebs in Deutschland (siehe auch Publikationsliste).
In dieser Zeit veranstaltete Nooke an jedem ersten Sonntag im Monat im Prenzlauer Berg einen "Kulturschoppen", indem er zum Brunch und Gespräch mit einem prominenten Gast einlud.
Davor war Nooke im Deutschen Bundestag Sprecher der ostdeutschen CDU-Abgeordneten und Stellvertretender Fraktonsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. In dieser Funktion war er nicht unwesentlich am Bundestagswahlkampf 2002 mit Edmund Stoiber beteiligt. Obwohl es damals für die Union und insbesondere die ostdeutschen Landesverbände nicht optimal lief, wurde erreicht, dass die PDS an der 5%-Prozent-Hürde scheiterte.
Nooke hat Erfahrungen aus sehr verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und Funktionen. Tischlergehilfe, Baufacharbeiter, Fach-Physiker der Arbeitsmedizin und Controller im größten Umweltsanierungprojekt Europas, der Rekultivierung und Sanierung der ostdeutschen Tagebaue und Braunkohlealtlasten.
In den Jahren 1987 bis 1989 engegierte Nooke sich im Ökumenischen Friedenskreis der Region Forst und für das Oppositionsblatt "Aufbruch". Er war Mitbegründer des Demokratischen Aufbruch und Mitglied der frei gewählten Volkskammer für Demokratie Jetzt.
Die Beziehungen Nookes zu seiner Lausitzer Heimat und zum Land Brandenburg, wo er als Vorsitzender einer Regierungsfraktion fast vier Jahre den Aufbau eines neuen Bundeslandes mitgestaltete, waren nie unterbrochen.